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Wichtiger Schritt in Richtung One-Stop-Shop beim Schlaganfall

Kürzlich ist es den Wissenschaftlern von STIMULATE gelungen, einen entscheidenden Schritt in Richtung einer vollwertigen Perfusionsmessung mittels C-Arm weiter zu kommen.

In der aktuellen Februarausgabe der Zeitschrift Medical Physics wurde unter dem Titel „Time Separation Technique: Accurate Solution for 4-D C-Arm-CT Perfusion Imaging Using a Temporal Decomposition Model“ ein Artikel von S. Bannasch, R. Frysch, T. Pfeiffer, G. Warnecke und G. Rose veröffentlicht.  

Bei dem häufigsten Schlaganfall - dem sog. ischämischen -  liegt ein Verschluss einer Ader im Gehirn vor. Dieser führt zu einer Unterversorgung des nachgeschalteten Hirngewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen, so dass in Folge dessen die Neuronen zunächst ihre Funktionen nicht mehr erfüllen können und später absterben. Schwer betroffene Schlaganfallpatienten verlieren pro Minute bis zu 2 Millionen Gehirnzellen.
Eine zentrale Strategie bei der Therapie des Schlaganfalls ist daher die Optimierung des Zeitablaufs: je früher eine erfolgreiche Therapie durchgeführt wird, desto mehr Neuronen überleben den Gehirninfarkt - die Neurologen sprechen auch von „Time-is-Brain!“

Eine der wichtigsten Behandlungen beim ischämischen Schlaganfall durch Verschluss großer Gefäße ist die interventionelle Therapie, bei der das Gefäß mit Hilfe eines Katheters wieder geöffnet wird. Leider erfordert die komplexe Entscheidung, diese Therapie auch wirklich durchführen zu können, diverse diagnostische Schritte. Dazu muss der - hoffentlich schnell genug in die Klinik eingelieferte - Patient innerhalb des Krankenhauses zunächst in die verschiedenen Räume der Notaufnahme, Neuroradiologie, Neurologie und schließlich Operationsraum transportiert werden. Dieses nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch und kostet den Patienten viele Neuronen.

Die bezüglich der Zeit optimale Lösung, bei der der Patient direkt in den neuroradiologischen Behandlungsraum gebracht würde - der sog. One-Stop-Shop - ist jedoch heutzutage nicht möglich. Die ist damit zu begründen, dass viele Diagnosen nur in Spezialräumen erstellt werden können. Das gilt insbesondere für die Bildgebung des Kopfes, welche bei der Schlaganfalldiagnostik eine zentrale Rolle spielt und mittels eines CT oder MRT durchgeführt wird.

Zwar befindet sich in jedem entsprechendem Operationsraum ein Röntgen-C-Arm-System, welches für den späteren Kathetereingriff zur Steuerung und Kontrolle des Eingriffs notwendig ist und sogar über eine CT-Bildgebung verfügt, jedoch genügt die CT-Bildqualität nicht aus, um beim Schlaganfall zuverlässig eine Blutung als Ursache für die Symptomatik auszuschließen. Noch viel schwieriger ist es, mittels dieses C-Arms die Durchblutung des Hirngewebes – die sog. Perfusion - exakt zu vermessen. Die Analyse der Perfusion ist jedoch für die Wahl der richtigen Therapie von entscheidender Bedeutung.

Genau an dieser Problematik, d.h. der Erweiterung der CT-Funktionalität des C-Arms wird innerhalb des Forschungscampus STIMULATE geforscht. Erste Innovationen im Hinblick auf die zum Blutungsausschluss notwendige Optimierung Bildqualität sind sogar bereits in dem C-Arm-System des STIMULATE-Partners Siemens Healthineers eingebaut.