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Interview "Wir sind STIMULATE" mit Jessica Schulz

Interviewte: Dr. Jessica Schulz

Stelle: Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Advanced Therapies bei Siemens Healthineers

Interviewer: Julian Rudat

Datum: 02.09.2021

 


Wir sind STIMULATE - Jessica Schulz

 

Interview:

 

Hallo Jessica, stell dich doch bitte kurz unseren Lesern vor!

Antwort:Mein Name ist Jessica Schulz und ich arbeite bei Siemens Healthineers im Geschäftsgebiet Advanced Therapies in Forchheim als Kooperationsmanagerin in der Innovationsabteilung. Ich betreue also mehrere Kooperationen, die wir von Siemens Healthineers mit verschiedenen Partnerorganisationen haben und bin somit auch viel im Lande unterwegs. Insbesondere betreue ich bei meiner Arbeit aktuell den Standort Magdeburg mit dem Forschungscampus STIMULATE.

Was genau beinhaltet die Arbeit als Kooperationsmanagerin?

Antwort: Vereinfacht gesagt, bin ich die Schnittstelle zwischen der kooperierenden Partnerorganisation und Advanced Therapies. In unserem Unternehmen sind diverse Innovationsprojekte angesiedelt, die zukunftsfähige Ideen verfolgen und Prototypen entwickeln. Häufig suchen wir im Zuge dessen kooperierende Institute und Organisationen, die unsere Prototypen faktisch klinisch bewerten können. Eine Kooperation ist notwendig, weil an unserem Standort keine Möglichkeit besteht, eine Evaluation unserer Innovationen an oder mit Patientinnen und Patienten vorzunehmen. Außerdem schätzen wir die wissenschaftliche und klinische Expertise von Externen sehr, die dann letztlich in unsere Produkte einfließt. Ich organisiere dabei den ganzheitlichen Ablauf der Kooperationen. Also von der Anbahnung einer Kooperation bis hin zur Auswertung der Ergebnisse von Projekten. Zwischenschritte sind dabei unter anderem: Das Erstellen von Forschungs- oder Projektplänen sowie -verträgen, die Vernetzung verschiedener Beteiligter, Hilfestellungen für alle Beteiligten bei spezifischen Fragen, Vermittlung der richtigen Partnerorganisationen untereinander und auch die Verwertung und Archivierung der Ergebnisse gehört in meinen Zuständigkeitsbereich.

Wie bist du Kooperationsmanagerin bei Siemens geworden?

Antwort: Zunächst war ich am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig Post-Doc und Gruppenleiterin eines EXIST-Forschungstransfer-Projektes. Aus diesem Förderprogramm habt ihr ja jetzt auch am Forschungscampus STIMULATE Drittmittel eingeworben. Ich selbst komme aus dem Themengebiet der Magnetresonanztomographie. In unserem EXIST-Projekt haben wir ein System zur Bewegungskorrektur des Kopfes entwickelt. Die Überlegung der Vermarktung oder der Gründung einer GmbH stand im Raum. Diese Idee wurde jedoch nach langem Überlegen wieder verworfen, sodass ich mich neu orientieren wollte. Nachdem ich einmal die Luft der unternehmensbegleiteten und anwendungsnahen Forschung geschnuppert hatte, wollte ich nicht wieder in die reine Grundlagenforschung zurückkehren. Bereits meine Promotion am Deutschen Krebsforschungszentrum wurde durch Siemens finanziert, sodass mir die Strukturen und Abläufe des Unternehmens bekannt waren. Mit der Intention, trotz des Wechsels in die Industrie mit Forschenden und klinisch Arbeitenden eng in Kontakt stehen zu können, entschied ich mich letztendlich dafür, die Stelle bei Siemens anzunehmen.

Inwieweit hilft dir deine Vergangenheit in der Forschung, die vermittelnde Rolle bei Siemens wahrzunehmen?

Antwort: Das hilft ungemein! Man spricht auf Augenhöhe. Und auch der Doktortitel sowie die Kenntnisse über wissenschaftliches Arbeiten sind hilfreich, um wissenschaftliche Ansätze gut nachvollziehen zu können. Aber ich lerne noch täglich dazu – und genau das macht so viel Spaß! Gerade wenn ich mich im Gespräch mit Klinikern oder Klinikerinnen befinde, sammele ich immer wieder neue Erfahrungen über deren Abläufe sowie Arbeitsweisen. Natürlich bin ich in den einzelnen Themen nicht so tief involviert wie z. B. bei meiner eigenen Doktorarbeit. Man schwebt eher drüber und hat das ganzheitliche Geschehen im Blick, um zielgerichtet arbeiten zu können und Impulse zu setzen.

Unterscheidet sich der Forschungscampus STIMULATE von anderen Kooperationspartnern?

Antwort: Häufig kooperieren wir mit anderen Trägern, um unsere Prototypen klinisch evaluieren zu lassen. Bei STIMULATE hingegen liegt die Besonderheit in der Grundlagenforschung. Wir unterstützen dabei auch Promovierende, die mit uns Fragestellungen bearbeiten und stehen mit den klinisch Arbeitenden von STIMULATE in engem Kontakt. Ingenieure und Ingenieurinnen haben bei STIMULATE die Möglichkeit zu hospitieren und erhalten so Einblicke, welcher Bedarf in der Entwicklung und Forschung faktisch besteht, wodurch sie anschließend wieder zielgerichtet an ihren individuellen Projekten arbeiten können. Das funktioniert bei STIMULATE wirklich hervorragend und ist als Besonderheit hervorzuheben.

Wann werden wir uns das nächste Mal sehen?

Antwort: Bei der IGIC natürlich! Ansonsten ist die Überlegung, am 13.09.2021 den Forschungscampus STIMULATE zu besuchen, weil ab dem Tag die von Siemens Healthineers geliehene Angiographie-Anlage am Forschungscampus installiert wird. Das ist sehr spannend für mich und auch eine Besonderheit, weil wir für Kooperationsprojekte solche Großgeräte nur sehr selten verleihen. Auf die entsprechenden Kooperationsprojekte freue ich mich auch schon.

Vielen Dank für deine Zeit, Jessica!

 

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